Basisdaten
Stadtverwaltung:
18273 Güstrow
Güstrow
Ortsbeschreibung
ist mit mehr als 31.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt ist Sitz des Amtes Güstrow-Land, dem 14 Gemeinden angehören, selbst aber amtsfrei. Seit dem 23. März 2006 führt die Stadt offiziell den Namenszusatz Barlachstadt.
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Geographie
Das Mittelzentrum Güstrow liegt etwa 45 km südlich von Rostock an der Nebel, einem Nebenfluss der Warnow. Güstrow hat mit den (Inselsee, Sumpfsee und Parumer See) eine sehr seenreiche Umgebung.
Stadtteile
Die Güstrower Stadtteile sind allgemein gebräuchliche, aber keine offiziellen Bezeichnungen.
* Südstadt
* Stadtzentrum
* Plauer Vorstadt
* Schweriner Vorstadt
* Dettmannsdorf
* Distelberg
* Bockhorst
* Bauhof
* Bauhof Nord
Ortsteile
Zur Stadt Güstrow gehören laut Hauptsatzung die Ortsteile Suckow, Klueß, Primerburg und Neu Strenz.
Nachbargemeinden
An Güstrow grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Sarmstorf, Plaaz, Glasewitz, Lalendorf, Mühl Rosin, Gutow, Gülzow-Prüzen und Lüssow.
Geschichte
Güstrow muss schon um 1100 bestanden haben, da Bischof Otto im Jahr 1128 zwei Priester hierher entsandte. 1219 wurde an der Stelle des jetzigen Schlosses inmitten sumpfiger Wiesen die wendische Burg Güstrowe erbaut. Nach Deutschen Städtebuch und anderen seriösen Quellen gründete Fürst "Heinrich von Rostock" (Heinrich Borwin II.) die Stadt Güstrow um 1219-1226 und verlieh ihr das Schweriner Stadtrecht. 1226 stiftete Heinrich Borwin II. den Dom als Kollegiatskirche. 1228 erfolgte die Bestätigung des schwerinschen Stadtrechts durch die Söhne Heinrich Borwins II. Deshalb gilt dieses Jahr als erster Urkundenbeleg für die Civitas. Von 1229 bis zum Aussterben der Linie 1436 war Güstrow Residenz der Herren zu Werle, die ihre alte Stammburg Burg Werle zwischen Schwaan und Bützow nach und nach aufgegeben hatten.
1441 wurde die erste privilegierte Schützengesellschaft von Güstrow gegründet. Von 1509 bis 1550/52 siedelten Franziskanerobservanten (Klosterhof) in Güstrow. 1503, 1508 und 1512 vernichteten Stadtbrände den Ort, 1556 fiel die Burg einem Brand zum Opfer. 1552 fanden in Güstrow die ersten Theatervorstellungen statt. Die Darsteller waren ausschließlich Schüler der hiesigen Domschule. Die Vorstellungen wurden bis zum Dreißigjährigen Krieg beibehalten.
Matthäus Merian: Ansicht von Güstrow (1653)
Matthäus Merian: Ansicht von Güstrow (1653)
Von 1556 bis 1695 war Güstrow erneut Residenz, diesmal der Herzöge von Mecklenburg. Die Herzöge begannen 1558 mit dem Bau des Schlosses. 1621 wurde Mecklenburg im Rahmen der zweiten Landesteilung in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow aufgeteilt. Von 1628 bis 1629 residierte Albrecht von Wallenstein als mecklenburgischer Herzog im Güstrower Schloss, er ließ unter anderem das Torhaus und die Schlossbrücke errichten. Die beiden Herzöge von Schwerin und Güstrow wurden durch Wallenstein des Landes verwiesen. Auf Befehl Wallensteins wurden regelmäßige Reitposten eingerichtet, die von Güstrow aus nach allen Richtungen ins Land gingen. In Güstrow, in einem inzwischen verfallenen Haus im Grünen Winkel 4, befand sich damit die erste Poststation Mecklenburgs. 1631, nach Wallensteins Sturz, zog der geflüchtete Güstrower Herzog Hans Albrecht wieder in seine Residenz Güstrow ein.
1695 erlosch die Güstrower Herzogslinie durch den Tod von Herzog Gustav Adolf. 1701 erfolgte durch den Hamburger Erbvergleich die dritte Landesteilung, so entstand neben Mecklenburg-Schwerin noch Mecklenburg-Strelitz. 1712 fanden in Güstrow Waffenstillstandsverhandlungen während des Großen Nordischen Krieges statt. Daran beteiligten sich Zar Peter I. (der Große) von Russland, Kurfürst August II. (der Starke) von Sachsen sowie der schwedische General Steenbock.
Von 1806 bis 1812 erfolgte die Besetzung Mecklenburgs durch die Truppen Napoleons I. 1813 wurde Güstrow zum Zentrum der Freiheitsbewegung in Mecklenburg. Von hier zogen 600 Jäger zu Fuß und weitere 600 Jäger zu Pferd gegen Napoleon in den Kampf. Zu Ehren der Kämpfer wurde 1865 das Landesdenkmal für die Befreiungskrieger 1813 - 1815 errichtet. 1848 stand Güstrow im Mittelpunkt der Revolution. Es wurden hier mehrere Verfassungsreformversammlungen abgehalten.
1850 wurde die Bahnstrecke Güstrow - Bützow und der Bahnhof gebaut, 1882 folgte die Eisenbahnstrecke Güstrow - Plau am See. 1852 wurde das Gaswerk in der Nähe des Bahnhofes in Betrieb genommen und die Straßenbeleuchtung mit Stadtgas betrieben. 1854 wurde in Güstrow eine Großherzoglich-Mecklenburgische Telegrafenstation in der Baustraße 3 errichtet. Ab dem 1. Januar 1856 bestand auch eine Telegrafenverbindung zwischen Güstrow und Neustrelitz. Über diese Verbindung waren die beiden mecklenburgischen Herzogtümer miteinander verbunden. 1883 entstand in Güstrow die erste Zuckerfabrik, sie erhielt einen Hafen am Bützow-Güstrow Kanal, der 1896 fertiggestellt wurde. Die Beleuchtung der Hallen erfolgte mit elektrischem Bogenlicht. Ab 1892 wurde in Güstrow eine Stadtfernsprecheinrichtung für 28 Teilnehmer genutzt. Seit 1912 gibt es elektrischen Strom über ein Stadtnetz in Güstrow. Seit 1925 gibt es die Städtischen Werke Güstrow. 1931 wurde die erste Fernsprech-Wählvermittlungsstelle mit 800 Anschlüssen errichtet. 1933 erfolgte die Inbetriebnahme eines modernen Freiluftumspannwerkes im Norden Güstrows.
Die jüdische Gemeinde Güstrows wurde während des Nationalsozialismus Opfer des rassistischen NS-Terrors. An die während der Novemberpogrome 1938 zerstörte Synagoge in Krönchenhagen 13 erinnert seit August 2006 eine Hinweistafel. Im Pflaster des Gehweges vor der ehemaligen Synagoge steht seit dem 18. August 2006 zur Erinnerung und Mahnung geschrieben:
28.09.1929 Einweihung Synagoge Güstrow, 09.11.1938 Zerstörung
Im Dezember 1981 besuchte Bundeskanzler Helmut Schmidt anlässlich eines Staatsbesuchs in der DDR zusammen mit Erich Honecker die Barlach-Stadt. Die Staatschefs wurden durch Stasi-Mitarbeiter von den Bewohnern Güstrows total abgeschirmt.
Die größten Betriebe Güstrows zu DDR-Zeiten waren der VEB Landmaschinenbau (LMB), das Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (KIW), das Türenwerk, die Zuckerfabrik (Zufa Nordkristall) sowie der VEB Getreidewirtschaft. Darüber hinaus gab es eine Möbelfabrik (VEB Polstermöbel), die unter anderem Möbel für den Ikea-Konzern herstellte.
1991 wurde die Residenzstadt Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. Historischer Stadtkern und Schlossbereich wurden danach gründlich saniert.
(Quelle:» www.wikipedia.de)